WhitepaperEnergie & IndustrieAugust 202620 minSimulationsstudie · Werte illustrativ

1,8 bis 3,5 Mio € im Jahr: was Flexibilität heute verdient, warum die Regulatorik sie morgen noch wertvoller macht, und warum der Einstieg Wochen statt Monate dauert

Dampfintensive Werke sitzen auf einem der größten ungenutzten Flexibilitätspotenziale des Stromsystems. Wir haben es für eine Modellfabrik durchgerechnet: ein digitaler Zwilling, vier Steuerungsstrategien, sechs echte Marktjahre (SMARD 2015–2025), Netzentgelte und §19 im Modell, harte Liefertermine. Der Korridor ist eine Bandbreite mit sichtbaren Bedingungen und offenen Unsicherheitsmaßen, kein Bestwert aus einer Excel-Zeile. Und der Zugang hat sich geändert: agentische Werkzeuge übernehmen das Mapping zwischen realer Anlage und Optimierungsmodell samt Validierung. Was früher ein mehrmonatiges, sechsstelliges Projekt war, ist heute in Wochen erreichbar.

Demand ResponseDampfintensive IndustrieDigitaler ZwillingMILP / MPC§19 StromNEV · AgNeSAgentische Optimierung
01

Einleitung

1,8–2,3 M€/a
gerechneter Kern: Flexprämie 2024, reguliert, paarweise gemessen (Leistungspreis, §19, ISP-Szenarien)
2,5–3,5 M€/a
mit Upside-Faktoren (Intraday, aFRR, atypische Netznutzung), Bestandsanlage, hohe Spotquote
0 €
Konventionalstrafen in allen 23 gerechneten Optimierer-Wochen: Liefertermine sind harte Nebenbedingungen

Drei Aussagen trägt dieses Papier, und jede bekommt ihr eigenes Kapitel. Erstens: es lohnt sich finanziell. Energieflexibilität verdient in einer dampfintensiven Fabrik heute siebenstellig pro Jahr, und der Wert wächst mit dem Umbau des Stromsystems (Kapitel 03 und 07). Zweitens: die Regulatorik macht es unumgänglich und zugleich wertvoller. Das Entgeltsystem baut sich bis 2029 in Richtung Flexibilität um; wer die eigene Spitze steuern kann, bekommt dort einen zusätzlichen, direkt bewirtschaftbaren Hebel, und wer sich jetzt vorbereitet, geht mit fertiger Fähigkeit ins neue Regime (Kapitel 03). Drittens: agentische Technologie macht es heute wirtschaftlich realisierbar. Das Mapping zwischen realer Produktionsanlage und Optimierungsmodell und dessen Validierung, bisher der teure Teil jedes Projekts, ist weitgehend automatisierbar geworden (Kapitel 04 und 05).

Die Bedingungen des Korridors stehen offen dabei. Modellanlage mit 25-MW-KWK, 25-MW-Elektrodenkessel und Dampfspeicher, hohe Spot-Exposition, Bestand. Die Hedgequote wirkt als Multiplikator zwischen 0,5 und 1,0. Wer den E-Kessel erst bauen muss, zieht 0,35 bis 0,7 M€/a Annuität ab und landet bei 1,2 bis 1,8 M€/a, immer noch unter drei Jahren Amortisation bei 3 bis 5 M€ CAPEX. Und wo eine Zahl von null nicht unterscheidbar ist, sagen wir das.

Kernaussage

Die Flexprämie derselben Anlage schwankte zwischen 2015 und 2025 um mehr als den Faktor 100. Eine Flex-Zahl ist darum kein Fakt, sie ist ein Verfallsdatum. Dieses Papier liefert den Korridor, die Treiber dahinter, und den Weg, die Zahl für Ihr Werk in Wochen zu rechnen.

02

Flexibilität und Demand Response: die Grundproblematik

Das Stromsystem hat die Seiten gewechselt. Jahrzehntelang folgte die Erzeugung der Nachfrage; mit wachsendem Wind- und Solaranteil folgt der Preis dem Wetter, und die Nachfrage ist eingeladen, dem Preis zu folgen. Die Spuren stehen in unseren eigenen Daten: 573 Negativpreisstunden im Jahr 2025, Spitzen bis 936 €/MWh im Jahr 2024, beides im selben System, teils in derselben Woche. Ein Markt, der zeitweise fürs Verbrauchen bezahlt und Stunden später das Zwanzigfache für dieselbe Megawattstunde verlangt, ist kein defekter Markt. Er ist ein Markt, der Flexibilität sucht.

Flexibilität kann aus vier Quellen kommen: aus Speichern, aus regelbaren Kraftwerken, aus dem Netz und aus der Nachfrage. Demand Response, die gezielte zeitliche Verschiebung von Verbrauch, ist darunter meist die günstigste, weil sie vorhandene Anlagen nutzt statt neue zu bauen. Und die Industrie hält die größten Einzelblöcke dieser Nachfrage. Dampfintensive Prozesse sind dafür besonders geeignet: eine Dampfschiene mit KWK, Elektrodenkessel und Speicher kann zwischen Strom und Gas wechseln, Wärme puffern und Produktion in Grenzen verschieben, ohne dass am Ende weniger Papier, Zucker oder Milchpulver vom Band läuft.

Hier schließt sich der Bogen zu virtuellen Kraftwerken. Ein VPP aggregiert verteilte Flexibilität, vermarktet sie gebündelt an Spot-, Intraday- und Regelleistungsmärkten und macht damit auch kleinere Beiträge marktfähig. Nur: aggregieren lässt sich nur, was ein Werk über sich selbst weiß. Welche Last ist wann verschiebbar, zu welchen Kosten, ohne welche Liefertermine zu gefährden? Diese Flexibilitätshülle zu kennen und intern zu bewirtschaften ist Schritt eins. Sie extern zu vermarkten, ob direkt oder über ein VPP, ist Schritt zwei und setzt Schritt eins voraus. Dieses Papier rechnet Schritt eins durch: die Eigenoptimierung eines einzelnen Werks gegen den Day-Ahead-Markt, mit Netzentgelten und Lieferterminen im Modell.

03

Die Treiber: monetär und regulatorisch

Der monetäre Treiber: die Preisstruktur, nicht das Preisniveau

Der Wert von Flexibilität hängt kaum am Durchschnittspreis. Er hängt daran, wie stark und wie oft die Preise innerhalb eines Tages auseinanderlaufen. Von 2018 auf 2025 verdoppelt sich das Preisniveau in unseren Backtests (Ø 45 auf 89 €/MWh), die Flexprämie verelffacht sich. Und die vermeintlich moderaten Jahre 2023 und 2025 tragen mit +114 und +149 T€ pro Woche mehr Prämie als das Krisenjahr-Echo 2024: Negativpreisstunden plus teures Gas samt CO₂ spreizen die Grenzkosten, und je stärker dieser Abstand schwankt, desto mehr verdient die Verschiebung. Das Krisenjahr 2022 war kein Ausreißer nach oben. Es war der Extremfall eines Musters, das seitdem Normalität ist. Die Zahlen dazu stehen in Kapitel 07.

Der regulatorische Treiber: das kommende System belohnt Flexibilität

Die Regulatorik wirkt heute und morgen verschieden, und beides spricht für Flexibilität. Heute gehören Leistungspreis, §19 und ein möglicher Preisdeckel in dieselbe Zielfunktion wie der Energieeinkauf: der Leistungspreis bepreist jede neue Bezugsspitze des Elektrodenkessels, das Bandlastprivileg belohnt gleichmäßigen Bezug. Wer das getrennt rechnet, dem frisst ein einziges Entgelt-Instrument den ganzen Flex-Case; wer es zusammen rechnet, behält die Prämie (gemessen in Kapitel 07). Und die Richtung der Reform ist erklärt flexibilitätsfreundlich. Die StromNEV tritt nach einem EuGH-Urteil Ende 2028 außer Kraft, das Bandlastprivileg, das Stillhalten belohnt, trägt Bestandskunden noch bis Ende 2031, ab 2029 gelten Kapazitätspreise mit Bestellkapazität. Dann wird die steuerbare Spitze vom Risikoposten zum bewirtschaftbaren Produkt: wer sie kennt und fahren kann, bestellt weniger Kapazität und macht aus Lastspitzen-Disziplin einen planbaren Entgeltvorteil. Eine Flex-Entscheidung von heute durchlebt bis zur Amortisation zwei Entgeltregime, und das zweite zahlt zusätzlich auf sie ein. Vorbereitung ist hier kein Risikomanagement. Sie ist der zweite Ertragsstrom.

AgNeS-Zeitstrahl Stand der öffentlichen Verfahrensdokumente, August 2026, ohne Gewähr
Jul 2025 Industrienetzentgelte → in AgNeS überführt Sommer 2026 Festlegungsentwurf, förmliche Konsultation JETZT Ende 2026 Rahmenfestlegung Anfang 2027 Folgefestlegung Industrie (nach Pilotprojekten) 31.12.2028 StromNEV außer Kraft ab 2029: Kapazitätspreise 31.12.2031 Ende Bandlast- Übergang (Bestand) Zudem geplant: §19-Ziele monatlich statt kalenderjährlich. Eine Monats-Verfehlung kostet dann nicht mehr den Jahresrabatt (flexfreundlicher).
Abb. 1 · Der regulatorische Fahrplan. Die Entgeltsystematik wird in zwei Stufen flexibilitätsfreundlich umgebaut, während ein heutiger Business Case amortisiert. Wer die eigene Spitze bis dahin steuern kann, geht mit fertiger Fähigkeit hinein. Das gehört ins Modell, nicht in die Fußnote.
Eine Flex-Zahl ist kein Fakt. Sie ist eine Antwort mit Verfallsdatum, und das Datum steht nicht drauf.
Warum jetzt der günstigste Zeitpunkt ist: rechnen, vorbereiten, laufend aktualisieren
04

Der Enabler: agentische Technologie

Wenn der Wert siebenstellig ist und die Regulatorik drängt, warum rechnet es dann kaum jemand? Weil die Rechnung bisher teuer war. Werksspezifische Verbund-Optimierung, Sortenreihenfolge mal Energie mal Liefertermine mal Netzentgelte mal Vertragsstruktur, galt als unproduktisierbar: jedes Werk anders geschnitten, jedes Modell handgebaut, jede Regulatorik-Änderung ein Change Request. Das klassische Format dafür war ein Beratungsprojekt über Monate, sechsstellig, und am Abschlusstag begannen die Preisannahmen zu altern.

Diese Kostenstruktur ist gekippt. Agenten übernehmen die fleißige Präzisionsarbeit, an der werksspezifische Optimierung bisher scheiterte: das Mapping der realen Anlage in ein Optimierungsmodell, die Kalibrierung gegen Betriebsdaten, die Regressionstests nach jeder Modelländerung, die Regulatorik-Updates. Auch die Validierung wird zur Fließarbeit: ein automatisierter Prüf-Harness testet das Modell gegen ökonomische Invarianten und hat in dieser Studie fünf Modellfehler selbst gefunden (Kapitel 05). Für ein reales Werk heißt das: ein erstes Mapping der Flexibilitätshülle und eine erste Version des Optimierers im Vorschlagsmodus sind in Wochen erreichbar, kein IT-Projekt, keine Schreibrechte ins Leitsystem.

Vorschlagsmodus heißt: der Optimierer plant, begründet und schlägt vor, Menschen geben frei oder setzen Constraints. Die Begründung kommt in Betriebssprache, über Schattenpreise: was kostet Dampf jetzt, was in drei Stunden, warum lohnt der Sortenwechsel um 17 Uhr. Jeder Override wird bepreist, manchmal lernt das Modell daraus, manchmal der Mensch. Der geschlossene Regelkreis ist das Endspiel. Der Einstieg ist der Vorschlag.

Advisory-Cockpit UI-Konzept: der Fahrplan als Vorschlag, die Begründung als Schattenpreis
Flex-Dispatch · Werk Musterstadt · Do 14.08. · Fahrplanvorschlag 06:00–06:00 Δ vs. Status quo (heute, live) +9.340 € Bezugsspitze (Woche) · Budget 18,4 / 22 MW Deadlines · Konventionalstrafen alle im Plan · 0 € Spot [€/MWh] · Produktionsrate [t/h] · E-Kessel [MW] E-Kessel 02–04 h E-Kessel 12–14 h Peak-Budget 22 MW Warum dieser Plan? Dampf-Schattenpreis 41 €/MWh ab 14 h: 19 €. Speicher lädt. Sortenwechsel B→A 17:00 spart einen Wechsel (3.500 €) KWK bleibt an trotz Spark −2 € Stopp sperrt 3 h Wiederanfahrt Fahrplan übernehmen Anpassen (Constraint setzen) Beispiel: «PM bis 14 Uhr nicht anfassen»
Abb. 2 · Advisory statt Autopilot. So sieht der Vorschlagsmodus aus, mit dem ein Werk startet: Fahrplan, Peak-Budget, Deadlines und die Begründung jeder Entscheidung, Freigabe beim Menschen.
05

Das Setup: Zwilling, MILP-Optimierer, AutoHarness

Die Anordnung folgt einer Trennung: ein digitaler Zwilling spielt die Physik der Fabrik, jede Steuerungsstrategie ist Gast darin. Der Zwilling kennt Rampen, Mindestlaufzeiten, Dampfbilanzen und Liefertermine. Und er klammert unzulässige Wünsche, statt sie nur zu bestrafen. Wer eine unmögliche Rampe fährt, bekommt die mögliche. Wer Dampf verplant, den es nicht gibt, dessen Maschine wird gedrosselt. Auf dem Papier gewinnen, indem man die Physik überredet? Geht hier nicht.

Architektur Ein Zwilling, viele Gäste. Agenten pflegen das System.
AGENTISCHE PFLEGE · Modellbau · Kalibrierung · Regressionstests · Regulatorik-Updates je Werk DATEN Spotpreise (SMARD)+ Forecasts RLM-Lastgang Anlagen-Eckdaten Auftragsstatistik Netzentgelte / §19 Gas- & CO₂-Preise DIGITALER ZWILLING = PHYSIK Dampf-/Strombilanz, Speicher Rampen · Mindestlaufzeiten Sortenwechsel · Anfahrdampf Auftragsbuch · Deadlines Regulatorik (LP / §19 / ISP) klammert unzulässige Wünsche: Physik lässt sich nichts erzählen Naiv (Baseline, sicherer Hafen) preisblind, robust, Referenz Flex-Heuristik Warnexponat, s. Abschnitt 05 Rolling-MILP-MPC (+ CVaR) Unit Commitment · harte Deadlines obs action BACKTEST & ATTRIBUTION Sechs Marktjahre · Orakel-Test: perfekte Voraussicht muss jede Baseline schlagen · Naive als Counterfactual
Abb. 3 · Architektur. Die Simulation ist geteilte Infrastruktur, Strategien sind austauschbare Gäste. Der gestrichelte Rahmen ist der Kostenhebel aus Kapitel 04: Modellpflege je Werk ist agentische Fließarbeit.

Als Beispiel dient eine Papierfabrik. Der Mechanismus dahinter ist derselbe in Chemieparks, Zuckerfabriken, Molkereien und Brauereien: überall koppelt eine Dampfschiene die Produktion an den Strommarkt.

Prozessbild Energie- und Stoffströme der Modellanlage
STROM-BUS · Spot (Day-Ahead) · Netzentgelte · Leistungspreis auf die Bezugsspitze Netz / Spot Bezug + Einspeisung KWK 25 MWel · κ=1,2 · η 85 % min up/down 3 h E-Kessel 25 MWel · P2H setzt Bezugsspitzen! Gaskessel 45 MWth · η 90 % Gas + CO₂ DAMPFSCHIENE Ruths-Speicher 80 MWh · 25 MW · −1 %/h Papiermaschine · 50 t/h Sorte A Testliner 1,15 · Sorte B Kraftliner 1,40 MWh_th/t Mindestlast 40 % · Rampe 12 t/h/h · min up/down 8/4 h Wechsel: 1 h Ausschuss, 3.500 € · Anfahrt: 40 MWh, 2.500 € Aufträge 4 × Sorte, Deadlines, Pönale 400 €/t Abwärme Haubenabluft 0,3 MWh/t → Fernwärme 48 €/MWh (Tagesgang) → oder Dampf-Offset (≤ 12 %) Speicher puffert die Dampfbilanz automatisch · Defizit: Zwangsdrosselung · voller Speicher: Abblasen (bestraft)
Abb. 4 · Das Beispielwerk. Zwei Energieträger, ein Engpass: die Dampfschiene koppelt Strommarkt und Produktion. Der E-Kessel verdient am Spot und setzt zugleich die Bezugsspitzen, die der Leistungspreis bepreist.

Vier Strategien, eine Schnittstelle

  • Die naive Baseline fährt gleichmäßig zur Deadline und lässt die KWK auf Volllast durchlaufen. Sie ignoriert Preise, ist dadurch immun gegen Prognosefehler und erweist sich als harter Gegner.
  • Die Flex-Heuristik arbeitet mit Preisquantilen: billig heißt mehr produzieren und E-Kessel an, teuer heißt drosseln. Die Lehrbuch-Version regelbasierter Steuerung, ohne Schutzschichten.
  • Die Heuristik mit Peak-Wächter ist die faire, realitätsnahe Version der Regel: Hysterese gegen das Stundenflattern, ein Lastspitzenwächter, der den Netzbezug deckelt, bevor eine neue Bezugsspitze entsteht, und tarifbewusst, aktiv nur dort, wo ein Leistungspreis abgerechnet wird. So sehen gute reale regelbasierte Systeme aus.
  • Das Rolling-MILP-MPC löst stündlich ein gemischt-ganzzahliges Programm (Pyomo + HiGHS) mit Unit Commitment für Maschine und KWK, Sortenwechsel-Logik und Preisszenarien. Liefertermine sind harte Nebenbedingungen. Verzug ist damit ausgeschlossen, nicht bloß unwahrscheinlich.
EbeneInhalt
Observation
24-dim, normiert
Tageszeit (sin/cos), Speicherfüllstand, Auftragsrückstand je Sorte, Deadline-Dringlichkeit, Maschinenstatus, Sorte, letzte Rate, Fernwärmebedarf, Spotpreis und eine 12-h-Prognose mit leadabhängigem, niveauskaliertem Fehler. Die wahren Zukunftspreise sieht keine Strategie.
Action
6-dim, [0,1]
Produktionsrate, Sorte, KWK-Last, E-Kessel, Gaskessel, Abwärme-zu-Fernwärme-Anteil. Der Speicher ist bewusst keine Aktion: er absorbiert die Dampfbilanz automatisch, unphysikalische Bilanzen sind unmöglich.
Reward
€ / Stunde
Papiererlös (nur auf offene Aufträge passender Sorte, FIFO) plus Fernwärme, abzüglich Gas/CO₂, Netto-Strom (inkl. Entgelte, optional Leistungspreis und §19), Abblasen, Wechsel- und Anfahrkosten, Konventionalstrafen. Kein Reward-Shaping.

Der AutoHarness: wie der Optimierer aufs Problem gefittet wurde

Der Optimierer wurde iterativ auf das Problem gefittet, in einer Schleife aus Modelländerung, automatisierten Prüfläufen und Fehlersuche, die der Agent selbst betreibt. Herzstück ist eine Eval-Suite, die Ökonomie prüft statt Software:

Eval-Suite des AutoHarness Auszug, sinngemäß
# 1 · Orakel-Dominanz: mit perfekter Voraussicht MUSS der Optimierer
#     jede zulässige Baseline schlagen. Sonst ist das MODELL falsch.
assert profit(milp, forecast="perfekt") >= profit(naiv) - toleranz

# 2 · Alarmsignal: Parameter-Sweeps müssen Ergebnisse bewegen.
assert not identisch(profit(λ=0.0), profit(λ=0.6), profit(λ=0.95))

# 3 · Ausführungsdrift: Plan vs. Zwilling, Stunde für Stunde.
assert clamps(plan, ausgeführt) == 0        # sonst: Modell ≠ Physik

# 4 · Harte Zusagen bleiben hart, in jedem Regime, jedem Seed.
assert konventionalstrafen == 0

Dieser Harness hat fünf Modellfehler gefunden, die klassischen Unit-Tests entgangen wären. Ein unbemerkter Software-Fallback lieferte wochenlang plausible Zahlen, die nie ein Optimierer gesehen hatte; aufgeflogen ist er, weil sich beim Drehen am Risikoparameter exakt nichts änderte. Ein Fehlbetrag blieb über vier Modellversionen auf den Euro identisch, wieder war eine Nebenbedingung blind, diesmal für Sorten. Dazu drei subtilere Fehler im Planungshorizont, die dazu führten, dass der Optimierer sogar mit perfekter Preisvoraussicht gegen die dumme Baseline verlor. Logisch unmöglich. Also Modellfehler. Und auch nach den Fixes taute es weiter: ein Ganzjahres-Lauf korrigierte eine Stichproben-Aussage, die paarweise Statistik eine Prämien-Lesart. Ein Modell ist fertig, wenn man aufhört zu testen … vorher nie.

Rolling-Horizon-Myopie Das Muster hinter drei der fünf Fehler
Zeit → (Woche) Planungsfenster (30 h) stündlich neu gelöst, nur Stunde 1 wird ausgeführt Jenseits des Horizonts für das Fenster unsichtbar, außer man bepreist es Wasserwert: Restdampf = Beschaffungskosten Restart-Rückstellung: Aus = Anfahrkosten Defer-Value: jetzt = vermiedene Kosten Die Falle: wochen-konstante Erlöse in der Fensterzielfunktion wirken als «+105 €/t jetzt vs. 0 später»-Bonus und erzwingen Volllast-Bündelung
Abb. 5 · Warum Planungsfenster Terminal-Werte brauchen. Jede Größe, die die Fensterkante überquert (Speicher, Anlagenstatus, Auftragsrückstand), braucht einen Preis. Konstante Erlöse gehören gar nicht erst hinein.
06

Methodik: Daten und Sampling

Datengrundlage sind echte Day-Ahead-Preise der Bundesnetzagentur (SMARD, stündlich, volle Jahresreihen 2015, 2018, 2022, 2023, 2024, 2025), je Jahr mit zeitgemäßen Gas- und CO₂-Preisen (etwa 2023: Gas 41 €/MWh, CO₂ 84 €/t; 2025: 36 / 75). Episoden sind Kalenderwochen zu 168 Stunden mit synthetischem Auftragsbuch, kalibriert auf Wochentonnage und Sortenmix der Modellanlage.

Das Sampling arbeitet zweistufig. Die drei regelbasierten Strategien laufen über alle 52 Kalenderwochen jedes Jahres, deterministisch geschnitten, vollständige Jahresabdeckung. Das MILP läuft aus Rechenzeitgründen auf drei gesampelten Fenstern je Jahr, im regulierten 2024 auf fünf weiteren, insgesamt 23 Optimierer-Wochen. Gleicher Seed heißt gleiches Preisfenster und gleiche Auftragsziehung für alle Strategien: jede Δ-Zahl ist eine paarweise Differenz im identischen Fenster. Zusätzlich wurde das komplette Strategie-Quartett fensteridentisch auf den MILP-Fenstern gerechnet. Als Unsicherheitsmaße tragen die Regel-Deltas 95-%-Intervalle (n=52) und die MILP-Prämien Spannweiten (n=3).

Zwei Grenzen der Fensterwahl legen wir offen. Erstens liegen die drei gesampelten Fenster in allen Jahren an denselben Kalenderpositionen (Ende Oktober doppelt, davon zwei zu drei Vierteln überlappend, Mitte Juni einmal): das effektive n ist eher zwei als drei, die Spannweiten unterschätzen die Fensterunsicherheit, und alle Jahre teilen dieselbe saisonale Brille. Eine Volatilitäts-Selektion liegt nicht vor, die σ-Perzentile der Fenster streuen quer (2 bis 94). Zweitens können die letzten neun Dezembertage nie Startpunkt sein. Eine stratifizierte Neuziehung (eine Woche je Quartal, jahresindividuell) ist als Härtung vorgesehen; der MILP-Ganzjahres-Lauf bleibt ein Rechenzeit-, kein Methodenproblem. Prognosen sind in allen Läufen verrauscht (leadabhängig, niveauskaliert), perfekte Voraussicht existiert nur als Diagnose-Modus für den Orakel-Test.

07

Ergebnisse

Flexibilitätsprämie je Preisregime Δ Wochenprofit gegenüber der naiven Baseline · Whisker: 95-%-CI (n=52) bzw. Spannweite (n=3)
0 +100 +200 +300 +400 +500 Δ T€/Woche vs. Naiv −27,6 +2,1 2015 Ø 32 €/MWh −31,5 +12,9 2018 Ø 45 €/MWh +84,3 +372,5 2022 Ø 235 · Krise +3,7 +114,1 2023 Ø 95 €/MWh +9,4 +53,7 2024 Ø 79 · 457 neg. h +21,1 +148,9 2025 Ø 89 · 573 neg. h Preisniveau ×2, Prämie ×11: Struktur schlägt Niveau Heuristik + Peak-Wächter, 52 W (rot −, grün +) Rolling-MILP-MPC, 3 Fenster paarweise
Abb. 6 · Die Regime-Kurve. In den flachen Regimen 2015 und 2018 liegt die Regel messbar im Minus, 2022 bis 2025 im Plus oder bei null, und in keinem Jahr in der Nähe des MILP. Das MILP liegt in jedem Jahr über der Baseline; 2015 schließt seine Spannweite die Null ein, dort ist die Prämie nicht von Rauschen unterscheidbar. Lieferverzug: null in allen gerechneten Wochen.
T€/Woche (Ø)201520182022202320242025
Naiv (Status quo, 52 W)357,1332,8−758,321,6123,690,8
Flex-Heuristik (52 W)330,7299,1−669,426,8132,4114,8
Heuristik + Peak-Wächter (52 W)329,5301,2−673,925,3133,0111,9
MILP-MPC (3 Fenster)365,9343,5−485,5123,9206,0210,6
MILP-Prämie (paarweise)+2,1+12,9+372,5+114,1+53,7+148,9
Spannweite (min … max)−4,1…+9,1+7,9…+17,6+160…+518+58…+168+20…+85+70…+259

2022 sind alle Strategien absolut negativ, weil wir den Papier-Deckungsbeitrag konstant halten (real stiegen die Papierpreise mit); bewertet werden Differenzen. Die 52-Wochen-Zeilen sind Jahresanker auf dem Kalenderraster und nicht zeilenübergreifend mit der MILP-Zeile subtrahierbar. Regel-Deltas gegen Naiv (paarweise, 95-%-CI, n=52): Heuristik −26,5±3,7 / −33,7±6,8 / +88,9±54,1 / +5,2±21,6 / +8,8±13,9 / +24,0±21,3 T€, Peak-Wächter-Variante fast identisch. 2015 und 2018 sind die Regel-Verluste belastbar, 2023 und 2024 von null nicht unterscheidbar. σ der Naiv-Wochen je Jahr: 7 / 15 / 161 / 37 / 35 / 34 T€. Fensteridentisch auf den MILP-Fenstern: Regel-Δ −37,0 / −32,5 / +222,8 / +18,8 / −29,5 / +75,5 T€, also 17 bis 60 % der MILP-Prämie in den Plus-Jahren, negativ in 2015, 2018 und 2024, während das MILP dort positiv ist. Perfekte Preisprognosen wären 2018 rund 6 T€/Woche wert gewesen, stündliches Nachsteuern gegenüber verbindlicher 24-h-Nominierung rund 7 T€/Woche. Risikoaversion (CVaR): die Effizienzfrontier ist flach, harte Liefertermin-Constraints erledigen das Tail-Risiko bereits.

Reguliert: Leistungspreis, §19, Industriestrompreis (2024)

2024, T€/Wocheohne Regulatorik+ Leistungspreis / §19+ zusätzl. ISP-Deckel
Naiv141,0141,0152,3
Flex-Heuristik (peak-blind)129,4−50,9
Heuristik + Peak-Wächter(Wächter inaktiv)70,5
MILP (peak-bewusst)206,0187,5189,0
MILP-Prämie (paarweise)+53,7+35,1+43,2
Spannweite (min … max)+19,7…+85,2+21,7…+54,9+36,4…+50,0 (n=2)

Gesampelte Fenster, Prämien paarweise auf identischen Seeds; die Ganzjahres-Baselines stehen oben. Der Wächter ist tarifbewusst und ohne abgerechneten Leistungspreis inaktiv, dann verhält er sich wie die Heuristik.

Die peak-blinde Regel stürzt unter Leistungspreis auf −192 T€/Woche gegenüber der Baseline ab: E-Kessel-Spitzen von 35 MW, jede rund 3,5 T€/MW/Woche, dazu kein §19-Privileg, weil ihr Bezugsprofil die Benutzungsstunden verfehlt. Der Peak-Wächter rettet rund 121 T€ pro Woche und endet trotzdem bei −70,5: er muss die Spitze bei 9 MW akzeptieren, weil die Maschine bei Sorte B mehr Strom zieht, als die KWK liefert, und der Leistungspreis auf diese 9 MW kostet mehr, als die Regel am Spot verdient. Ins Plus kommt an diesem Werk nur die Kuppeloptimierung: +35,1 T€ paarweise. Ein Messhinweis dazu: die §19-Bandlastlogik ist mitmodelliert, bindet aber kaum, der peak-bewusste Optimierer bleibt in der Beispielwoche unter 0,1 MW Wochenspitze. Der gerechnete Kern enthält damit so gut wie keinen §19-Vorteil.

08

Diskussion

Was sagen diese Zahlen? Erstens: Struktur schlägt Niveau. Die Prämie korreliert kaum mit dem Durchschnittspreis und stark mit Negativstunden und Grenzkosten-Spreizung; 2023 und 2025 tragen mehr als 2024, obwohl sie unspektakulärer aussehen. Wer den Wert von Flexibilität aus einem Referenzjahr ableitet, misst vor allem, welches Jahr er erwischt hat. Zweitens: Regelwissen ersetzt keine Kuppeloptimierung. Die faire Regel mit Peak-Wächter vermeidet Schaden, mehr nicht. Sie erreicht fensteridentisch 17 bis 60 % der Optimierer-Prämie in guten Jahren, verliert in flachen, und bleibt unter Leistungspreis 70 T€ pro Woche hinter stumpfem Nicht-Optimieren. Die Prämie entsteht erst, wenn Speicher, Sortenreihenfolge, KWK-Timing und Bezugsspitze in einer Zielfunktion stehen. Drittens: die Regulatorik gehört in dieselbe Zielfunktion. Als Nebenrechnung daneben gestellt, frisst ein einziges Entgelt-Instrument den ganzen Flex-Case. Und dieselbe Disziplin wird ab 2029 direkt bepreisbar: mit Bestellkapazität ist die steuerbare Spitze ein Posten, den man bewirtschaftet statt fürchtet.

Beim Industriestrompreis-Deckel korrigieren wir eine frühere Aussage. Die Lesart, er drücke die Flexprämie um 44 Prozent, verglich ungepaarte Spaltenmittel; paarweise liegt die ISP-Prämie bei +43,2 T€ gegenüber +35,1 ohne Deckel, und bei n=2 ist das kein auflösbarer Unterschied. Sicher ist nur: der Deckel hebt die Absolutwerte aller Strategien. Ob er die Prämie dämpft, muss ein größeres Sample zeigen. Die Mechanik spricht dafür, er nimmt teure Stunden aus dem Spiel; die Messung ist offen.

Vom Kern zum Korridor

Der gerechnete Kern: 35,1 bis 43,2 T€ pro Woche im regulierten 2024, annualisiert 1,8 bis 2,3 Mio €, mit den offenen Spannweiten aus Kapitel 07. Die neuen Jahre deuten nach oben: unreguliert trägt 2023 rund 5,9 und 2025 rund 7,7 Mio €/a Prämie; die Regulatorik-Schicht dieser Jahre haben wir noch nicht vermessen. Um den Kern liegen Faktoren, die wir als Grobschätzung mit Bandbreiten ausweisen. Sie sind der Grund, warum Ihre Zahl anders aussieht als unsere:

ROI-Faktoren Grobschätzung für die Modellanlage · M€/a · Werte illustrativ
0 +0,5 +1,0 M€/a −0,5 −1,0 Atypische Netznutzung (HLZ) +0,3 … +1,0 ¹ Intraday-Nachvermarktung +0,2 … +0,6 Regelenergie (aFRR) +0,2 … +0,5 KWKG-Dispatch +0,1 … +0,3 Ausgleichsenergierisiko −0,2 … −0,05 Systemkosten (Betrieb, IT/OT) −0,3 … −0,1 Zyklisierung / Verschleiß / Abrisse −0,7 … −0,15 CAPEX E-Kessel (nur Neubau) −0,7 … −0,35 HEDGEQUOTE: MULTIPLIKATOR ×0,5 … ×1,0. Kein Additiv. Nur die spot-exponierte Menge verdient den Spread. Band auf die Sockellast, Spot auf die flexiblen Komponenten. ¹ setzt relevanten Netzbezug voraus · §19 Satz 1 statt Satz 2: Regimewechsel, nicht additiv zum Kern
Abb. 7 · Einzelfaktoren jenseits des Backtests. Netto landet eine Bestandsanlage mit hoher Spotquote bei etwa 2,5–3,5 M€/a. Die konservative Aufstellung (50 % Hedge, E-Kessel-Neubau) bei etwa 1,2–1,8 M€/a. Größter unbepreister Posten: Zyklisierungsverschleiß. Deshalb sind stochastische Bahnabrisse die wertvollste nächste Modellerweiterung.

Zwei Weichen verdienen einen zweiten Blick. Die Hedgequote ist der mächtigste Hebel und wird am häufigsten übersehen: ein Vollversorgungsvertrag mit Pauschalpreis reicht die Spotsignale gar nicht erst durch, die Prämie ist dann vertraglich wegoptimiert, bevor der erste Solver läuft. Beschaffungsstrategie und Flexoptimierung sind eine Entscheidung, keine zwei. Und der HLZ-Posten braucht eine Fußnote, die wir ernst meinen: §19 Abs. 2 Satz 1 (atypische Netznutzung) und Satz 2 (Bandlast) sind Alternativen, nicht kombinierbar. Der Balken beschreibt einen Regimewechsel, kein Add-on, und er gilt für Werke mit relevantem Netzbezug. Unsere Modellanlage versorgt sich fast vollständig selbst, für sie wäre der Posten klein; für Werke, die heute sechs- bis siebenstellige Netzentgelte zahlen, ist er der größte Einzel-Upside der Karte. Doppelt gezählt wird nichts, der Kern enthält ja fast keinen Entgeltvorteil. Solche Weichen entscheidet der werksspezifische Backtest. Nicht die Landkarte.

Grenzen und Betrieb

Die Grenzen der Studie stehen in Kapitel 06 (Fensterlage, Spannweiten bei n=3) und im Design: Simulationsstudie einer Modellanlage, Papier-Deckungsbeitrag konstant, Verschleiß unbepreist, ein einzelnes Werk ohne Vermarktung nach außen. Für den Betrieb gilt: der Zwilling ist eine Behauptung über die Anlage, also wird er gegen Historian-Daten kalibriert und laufend auf Residuen geprüft. Gegen unbemerkte Degradation helfen Watchdogs auf Lösungsqualität und eine definierte Kaskade, MILP, dann Peak-Wächter-Heuristik, dann die Naive als sicherer Hafen; ihre Robustheit ist ihre zweite Karriere. Und weil es an einer Papiermaschine kein A/B gibt, läuft die Naive dauerhaft als Counterfactual in Software mit: jede Wochenabrechnung zeigt Optimierer gegen Status quo, auf denselben Preisen und Aufträgen.

Selbstdiagnose: sechs Fragen an Ihre Flex-Zahl

#Frage an Ihre Flex-RechnungWoran diese Frage erinnert
1Auf welchem Preisjahr basiert Ihre Zahl? Kennt sie Negativpreisstunden und die heutige Preisstruktur?Mehr als Faktor 100 zwischen den Regimen. Von 2018 auf 2025 verdoppelt sich das Niveau, die Prämie verelffacht sich.
2Ändert sich Ihre Zahl, wenn Sie Parameter bewegen? Wirklich?Identische Ergebnisse bei veränderten Parametern sind ein Alarmsignal. So fanden wir zwei unserer fünf Fehler.
3Rechnet Ihr Modell Leistungspreis, §19 und den AgNeS-Fahrplan mit?Peak-blind: −192 T€/Woche. Mit Wächter: −71. Ins Plus (+35) kommt erst die Kuppeloptimierung.
4Gegen welche Baseline wurde verglichen? Und schlägt Ihr Optimum sie auch mit perfekter Voraussicht?Der Orakel-Test. Unser MILP fiel zuerst durch, der Fehler lag im Modell, nicht im Markt.
5Steckt die Anlagenphysik im Modell: Rampen, Mindestlaufzeiten, Anfahrdampf, Sortenwechsel?Unser Optimierer zahlte 2.500 € Fiktivkosten, um eine Rampe zu umgehen. Die Simulation ließ ihn auflaufen.
6Trägt Ihre Zahl ein Unsicherheitsmaß, und wer hält sie aktuell?Unsere 2015er-Prämie ist von null nicht unterscheidbar, und das steht so da. Eine Punktzahl ohne Intervall und ohne Pflegeprozess ist eingefroren.
Auswertung

Schon ein Nein kühlt. Ab zwei ist Ihre Flex-Wahrheit eingefroren. Keine Schande: Auftauen ist heute ein zweiwöchiger Vorgang, kein Projekt. Wie, steht in Kapitel 09.

09

Der erste Schritt: Potenzialcheck

Der Einstieg braucht kein IT-Projekt und keine anderen Abteilungen. Drei Dokumente, die Ihr Energiemanagement bereits im Ordner hat:

Sie liefern

RLM-Lastgang (Standardexport, liegt jedem §19-Nachweis bei) · Netzentgelt-Jahresabrechnung · Eckdaten der Dampferzeugung auf Typenschild-Niveau, eine A4-Seite. Optional die Hedgequote, ein Satz genügt.

Wir rechnen

Ihren Backtest auf sechs echten Marktjahren, mit Ihrer Anlagenstruktur, Netzentgelt-Logik inkl. §19-Status, Naiv-Baseline, Orakel-Referenz und dem Ausblick, was das AgNeS-Regime ab 2029 Ihrer Zahl zusätzlich hergibt.

Sie erhalten (2 Wochen)

Ihren Flex-Korridor + ROI-Landkarte mit Ihren Zahlen

Eine Bandbreite, die Bedingungen und Unsicherheiten nennt, belastbar für die Investitionsdiskussion, ohne Scheinpräzision aus fremden Anlagendaten. Und danach, wenn die Zahl trägt: die erste Version des Optimierers im Vorschlagsmodus, Wochen später, kein Schreibzugriff, Freigabe bei Ihnen.

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